Geschichte Schlafkappen

Vereinschronik

Die Gründung der Hegner Schlafkappen 1949

Am Fastnacht Samstag im Jahr 1949, nach einer achtjährigen Zwangspause, begaben sich Lisa Karrer und Sophia (Sopherle) Bernhard, zwei hübsche Hegner Gewächse, in fröhlicher Stimmung zum fast nächtlichen Tanz ins nahegelegene Allensbach.
Man muss wissen, dass Lustbarkeiten erstens seit 1940 verboten waren – d` Oma hot trotzdem Fasenetkiechle bache - und zweitens bis zu diesem Zeitpunkt ohnehin ziemlich aussichtslos waren, da sich die meisten jungen Männer zunächst im Krieg
und anschließend in der Gefangenschaft befanden. Vermutlich waren es die in Allensbach doch deutlich höheren Auswahlmöglichkeiten, deretwegen die beiden in Richtung Gasthaus Löwen zogen.

Die ersten „Hegner Schlafkappen“, allen voran Rudolf Bernhard
bei ihrem ersten Umzug am Rosenmontag in Allensbach 1949

Nicht, dass die wenigen Gegner Männer nicht zu bieten hatten, nur waren diese nach glaubhaften Überlieferung entweder noch uninteressiert oder eben am besagtem Abend selbst in Allensbach. Diese Vorgehensweise, sich passende Partner für kurze oder auch lebenslang anhaltende Arrangements in den Nachbargemeinden zu suchen, war seinerzeit im ländlichen Raum durchaus üblich. Lisa und Sophia jedenfalls zogen guter Dinge nach Allensbach. Im Verlauf des, wie man vernommen hat, ausgelassenen Abends ergab es sich, dass der Veranstalter, die ortsansässige Narrengesellschaft Alet, diverse Damenwahlen für die Gäste aus den umliegenden Gemeinden ausrufen ließ. Nur die Hegner wurden den ganzen Abend nicht aufgerufen. Längst schon hatten sich die beiden zwei fesche junge Tänzer ausgesucht, die aber offensichtlich mit den anderen Anwesenden Damen voll auf beschäftigt waren. Die ursprüngliche Absicht, die beiden Burschen mal so richtig ans Herz zu drücken, schien in weite Ferne gerückt. In ihrer Verzweiflung wandten sie sich an den Veranstalter und forderten ihr vermeintliches Recht auf eine Damenwahl für die „Hegner Mädle „ ein. Wer nun glaubt, dass die für ihre Freundlichkeit bekannten Allensbacher Verständnis zeigten, hat weit gefehlt. Stattdessen bekamen sie zu hören: „Ihr Hegner bruched ko Damewahl, ihr seid doch sowieso Schlofkappe!“
Der so sprach zu sich offensichtlich auf eine Begebenheit im Jahr 1929. Damals hatten die Aletnarren zur Fastnachtszeit Gasthaus Hirschen in Hegne einen Kappenabend veranstaltet und dazu die Hegner Bevölkerung eingeladen. Bunte Abende waren noch unüblich. Außerdem musste man sich an das seit 1915 behördlich verbotene fastnächtliche treiben erst wieder gewöhnen. Möglicherweise fand der fröhliche Abend deswegen in Hegne statt, weil der 1906 gegründete Radfahrverein Triumph Hegne bei der Gründung des Narrenverein Alet im Jahre 1909 tatkräftig mitgeholfen hatte. Wie dem auch sei, die Hegner sind zum besagten Kappenabend nicht erschienen wurden deshalb von den Allensbachern erstmals als „Schlafkappen“ bezeichnet. Hegner verzeihen, aber vergessen nie! Eine derartige zweimalige Schmähung innerhalb von 20 Jahren wollten die beiden Mäschgerle nicht auf Hegne sitzen lassen. Wie staunten die Allensbacher, als sich am darauffolgenden Tag eine Abordnung aus Hegne zum Rosemäntigsumzug anmeldete. Mit der bekannten selbst Ironie der Hegner war am mitgeführten Leiterwagen ein Schild mit der verunglimpfenden Bezeichnung befestigt.


Station im Klosterhof beim morgendlichen Weckrundgang am
„Schmotzige Dunschtig“
Die „Hegner Schlafkappen“ waren geboren. Aus der Taufe gehoben wurden die Schlafkappen durch die zwischenzeitlich verstorbenen Gründungsmitglieder Robert Apel, Rudolf Bernhard, Siegfried Böhler, Josef Miehlich und Paul Schieß sowie
die verstorbenen Ehrenmitglieder Ludwig Mayer und Rolf Deggelmann.
1949 Gründung der Schlafkappen
Robert Apel, der langjährige Narrenvater, wird erster Präsident
1956 Josef Miehlich wird Präsident
Narrenbaum für die NG Schneckenburg wird erstmals von den Schlafkappen gestiftet
1961 Kurt Sczech, ein Preuße, übernimmt das närrische Ruder
1972 Die Hegner Fastnet muss sich wegen fehlender Lokalitäten auf ein wenig Straßenfastnacht bescheiden
Im Rückblick entwickelten sich die Schlafkappen eigentlich zu Saalfasnachtern, obwohl es vereinzelt ernst zu
nehmende Versuche gab, insbesondere durch Teilnahme an Fasnetumzügen in der näheren Umgebung 1974 Die „Meisterklause“ wird neues Fasnetlokal. Der Fanfarenzug wird durch Hans Schädle ins Leben gerufen
1976 Ortschaftsrat und Lehrerschaft werden erstmals abgesetzt und die Schulkinder befreit erstens Narrenfrühstück im Kloster
1977 Fasnetbändel werden erstmals aufgehängt in der Klosterkirche findet die erste „Narrenmesse“
1979 Rolf Deggelmann wird zum vierten Präsidenten der Schlafkappen gewählt die FZ- Disco ertönt zum ersten Mal
1980 Heribert Wucherer wird erster Narrenbolizischt erste selbstständige Bewirtung Feuerwehr Gerätehaus
Der Kinderball wird im Feuerwehrgerätehaus gefeiert 1984 Der Gemeindesaal wird neues Domizil
1988 Gründung der „Bächlebutzer“
Die Schlafkappen haben ihre erste „richtige“ Bühne
1989 17. Februar, Eintritt in die NV Hegau- Bodensee
1990 Der Schlafkappen- Narrenmarsch, komponiert von Michael Maisch wird am Fastnachtsunntig erstmals vorgestellt
1.Juni, Eintrag ins Vereinsregister
1991 Fasnet findet wegen des „Golfkriegs“ nicht statt
1994 Fanfarenzug gründet eigenständigen Verein
1995 Bächlebutzer gründen eigenständigen Verein
1999 Die Schlafkappen feiern ihr 50-jähriges Jubiläum

Die Garde: v.l. Elvira Opitz, Bettina Schieß, Claudia, Karin und Marion Deggelmann
 
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